Time to say goodbye:
Zed Yago – From Over Yonder (1988)

Über fünfzig Alben aus vierzig Jahren Rockgeschichte habe ich im Metal Diary in den letzten Monaten besprochen. Wild entschlossen, einem musikalischen Stiefkind die Beachtung zu schenken, die ihm die Tagespresse beharrlich verweigert. In eine wahrhaft laute Reise habe ich mich gestürzt. Sie entpuppte sich als kurzweiliger und belebender als ich mir jemals erträumt hätte. Jetzt ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen und neue Ideen wachsen zu lassen. In die betörende Leichtigkeit eines Faithless einzutauchen und zu den düster-prophetischen Klängen von E Nomine der Apokalypse entgegen zu tanzen. So will ich heute zum letzten Mal mein metallenes Tagebuch öffnen – um es mit Z wie Zed Yago für immer zu schließen. Weiterlesen »

Die Offenbarung des Hohepriesters:
Judas Priest – Nostradamus (2008)

leftIn den vergangenen Wochen erschien es beinahe anstößig, das Netz mit launigem Heavy Metal-Geplauder zu versorgen, während die Welt in einen Strudel verheerender Katastrophen und Konflikte gerissen wurde. Dem unermesslichen Leid die Besprechung musikalischer Erzeugnisse gegenüberzustellen geriet zum Antagonismus moralischer Integrität, sich auf die Neuveröffentlichungen von Amon Amarth oder Krypteria zu konzentrieren, mutete angesichts der bestürzenden Nachrichten grotesk an. Doch allzu schnell verblassen die Schicksale hinter den schrecklichen Bildern, werden die Eindrücke zu einem flüchtigen Teil unseres täglichen Einerleis. Weiterlesen »

Tränengesang:
Lacrimas Profundere – The Grandiose Nowhere (2010)

Nun hat er es also doch getan. Nach dreizehn Tagen zwischen Medienbeschuss und Sympathiebekundung die Notbremse gezogen: Um 11.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit ist Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg zurückgetreten und hat damit vermutlich seinen politischen Aufstieg gesichert. Langfristig gesehen jedenfalls. Einige kluge Köpfe der Nation hatten ihm öffentlich zu diesem Schritt geraten – ob sie recht behalten und der clevere Minister tatsächlich auf das politische Parkett zurückkehren wird, um zum Sturm auf höchste Staatsämter anzusetzen, wird sich zeigen. Erst einmal darf er es freilich mit den Oberbayern von Lacrimas Profundere halten und im fabelhaften Nirgendwo aufgehen. Weiterlesen »

Die Quadratur des Kreises:
Trans-Siberian Orchestra – Beethoven’s Last Night (2010)

Neuseeland bebt, der Nahe Osten brennt, doch die verstörenden Bilder von politischem Aufruhr und brachialer Naturgewalt werden von einer Nachricht verdrängt, die Deutschland in seinem Innersten trifft: Lieblingsschüler und Klassenerster Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg hat geschummelt. Die Rede ist nicht etwa von seiner verblüffenden Gedächtnislücke um die Geschehnisse im fernen Kundus oder von seinem umstrittenen Aktionismus angesichts der Zustände auf der Gorch Fock. Nein, diesmal geht’s ans Eingemachte. Und kein Bauernopfer wird die Missetat sühnen, die sich schwarz auf weiß in die Annalen der Universität Bayreuth gebrannt hat. Weiterlesen »

Metallische Quotenfrau:
Doro – Fear no Evil (2009)

In Deutschland liegt der Frauenanteil an der Wirtschaftsspitze bei 13 Prozent – ein Umstand, der hitzig diskutiert wird und etliche Fragen aufwirft: Soll man den in Sachen Karriere Benachteiligten per Gesetz zum Aufstieg verhelfen? Ist ein solcher Eingriff in die Personalpolitik der Unternehmen überhaupt vertretbar? Erweist man den Frauen mit einer derartigen Vorgabe am Ende gar einen Bärendienst? Gleichgültig, auf welcher Seite man steht: Einer gesetzlich vorgeschriebenen Frauenquote für die Führungsetagen deutscher Unternehmen hat Kanzlerin Angela Merkel erst einmal eine Absage erteilt. Und das ist auch gut so. Weiterlesen »