Alle Artikel aus dem Monat: Juli 2010

Die Barden der Inseln:
TÝR – By the Light of the Northern Star (2009)

Färöer – 18 kleine Eilande, knapp 50.000 Einwohner, eines der ältesten Parlamente der Welt und eine Metal-Band. Keine Frage, im Nordatlantik gedeihen harte Burschen und rockige Akkorde ausgezeichnet. Doch der kriegerische Habitus manch kettenhemdbewehrten Wikingers täuscht: Nicht jedes Erzeugnis, das die Bezeichnung “Viking Metal” trägt, ist ein Garant für perfekt geschliffene, kraftvolle Tonschöpfungen. Und dass es Verbindungen zwischen nordeuropäischer Folklore und Heavy Metal gibt, die nicht eben glücklich enden – auch diese Erkenntnis habe ich jüngst gewonnen.

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Zurück auf dem Metal Olymp:
Judas Priest – Angel of Retribution (2005)

Das Jahr 2005 ebnet nicht nur Iron Maiden den Weg in die zweite Karriere: Auch Judas Priest, ebenfalls gewichtige Vertreter der einstigen New Wave of British Heavy Metal, treten fast fünfzehn Jahre nach dem Weggang ihres Sängers Rob Halford mit Angel of Retribution in ihrer erfolgreichsten Besetzung ins Rampenlicht zurück. Zwistigkeiten innerhalb der Gruppe hatten, wie auch bei anderen großen Bands des Genres, einen Jahre andauernden Schlingerkurs nach sich gezogen. Doch aller Streit scheint auf einmal vergessen und die neue Einigkeit wird mit einem bemerkenswerten 5. Platz in den Deutschen Charts belohnt.

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Die Anatomie der Bestie:
Iron Maiden – Piece of Mind (1983)

Als am 18. September 1980 eine unbekannte britische Band die Bühne der Münchener Olympiahalle stürmt, ahne ich bereits, dass das Feuer, welches die jungen Wilden im Vorprogramm der etablierten Hardrock-Gruppe Kiss entzünden, sich schon bald zu einem weltumspannenden Flächenbrand auswachsen wird. Die Debütanten nennen sich Iron Maiden und gerade ist ihr Erstlingswerk unter dem gleichnamigen Titel erschienen. Noch deutet nichts auf die beispiellose Karriere hin, die vor ihnen liegt – und doch vollstrecken sie ihre Live-Auftritte in diesen frühen Tagen ihrer Laufbahn bereits mit einem Impetus, der seinesgleichen sucht.

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Jenseits von Zeit und Raum:
Alcest – Écailles de Lune (2010)

Eben noch in die substanziellen Erinnerungen der wilden 1980er vertieft, finde ich mich unverhofft im Niemandsland fernab aller menschlichen Begrenzung wieder, begleite zögerlich einen französischen Musiker auf seine Reise in ein vorheriges Leben. Der Mann nennt sich Neige (frz. Schnee) und folgt damit der Tradition des Black Metals, den eigenen Namen durch ein Pseudonym zu ersetzen und der Öffentlichkeit nicht preiszugeben. Wahrhaft seltsame Töne dringen da an mein Ohr und ich brauche sehr viel länger als gewöhnlich, um mich auf ihre ätherische Schwingungsfrequenz einzustellen.

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Ganz und gar nicht von gestern:
Y & T – Yesterday & Today Live (1991)

Trübe war sie, die Stimmung in diesem Jahr – bis endlich die Hitze kam und die Sommer-Festivals brachte, bis Spanien verdientermaßen die WM gewann und die schwarz-gelbe Koalition in Berlin das tat, was sie am besten kann: Sich in die Sommerpause verabschieden. Die anstehenden Wochen voll unbeschwerter Fröhlichkeit lechzen nach heiterer Musik, wollen genossen und gefeiert werden. Heiße Anwärter für die musikalische Untermalung der Beach-Party-Saison 2010 wären sicherlich Krokus mit ihrem Chartbreaker Hoodoo. Doch auch aus Übersee weht ein frischer Wind zu uns herüber.

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